Unser Ortsteil Weimar-Nord

 

Entwicklung des Ortsteiles Weimar-Nord

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Der Ortsteil Weimar-Nord liegt an der nordwestlichen Peripherie der Stadt Weimar am Fuße des Ettersberges. Die Stadtverwaltung Weimar beschreibt ihn als einen seit 2001 eigenständigen Ortsteil mit etwa 5700 Einwohnern. Lange Zeit war das Gebiet nur durch die Stadteinfahrt aus Richtung Ettersburg kommend, mit der Kernstadt verbunden. Als Wohn- und Industriegebiet kann Weimar-Nord auf keine jahrhundertlange Entwicklung zurückblicken. Die Besiedlung nördlich der 1846 in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke Kassel-Erfurt-Halle begann erst Ende des 19.Jahrhunderts mit der Entstehung eines ungeordnetenr Gewerbebereichs in der unteren Ettersburger Straße. Mit der im Jahre 1885 erfolgten Verlegung der Weimarischen Bau - und Parkettfußbodenfabrik, aus der die spätere Hetzer AG hervorging, siedelte im Berreich der Rießnerstraße eine Firma, die mit patentierten Holzfachwerkbindern in die Industriegeschichte einging und weit über Weimar und Thüringen hinaus bekannt wurde. Die heute unter Denkmalschutz stehenden Hetzerhallen erinnern an diese Zeit. In Unmittelbarer Nachbarschaft der Hetzer-Hallen erhielt die Verwaltungsgemeinschaft Thüringer Zuchtviehauktionshalle e.V. im Jahre 1939 die Baugenehmigung zu einem Neubau. Diese imposante Halle bestimmte viele Jahrzehnte das Bild Weimar-Nords. Nach der ab 1945 zunächst militärischen Nutzung wurde die Halle mit dem Kunstfest Weimar zu neuem Leben erweckt, bevor sie im Jahre 2014 durch Brandstiftung für immer verloren ging, Ein Torso der abgebrannten Halle und das aktuelle Bemühen zur Gestaltung eines ansprechenden Erinnerungsortes erinnert heute auch daran, dass diese Halle ab 1942 als Sammelort für die Deportation thüringischer Juden in die nazistischen Vernichtungslager diente. In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand nördlich der heutigen Lützendorfer Straße ein großer Kasernenkomplex, der bis zum Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus Deutschland ausschließlich militärisch genutzt wurde. Ebenfalls in den dreißiger Jahren entstanden entlang der Ettersburger Straße Wohnhäuser für Offiziere und Unteroffiziere. In den 70er und 80er entstanden weitere Wohn-, Verwaltungs-, Kultur-und Sportgebäude, die durch die sowjetischen Militärangehörigen genutzt wurden.

   

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Ein ehemaliges Gebäude der "Lützendorfer Kasernen"
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Die denkmalgeschützte "Kleine Hetzerhalle"
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Die "Große Viehauktionshalle" im Jahre 2012

Die Entwicklung von Weimar-Nord als Wohnstandort begann 1954/55; östlich der Ettersburger Straße wurden durch die damalige AWG die ersten Wohnblöcke errichtet. Mit der Grundsteinlegung für die so genannten Experimentalbauten im Bereich der heutigen Heldrunger Straße setzte 1962 die eigentliche Entwicklung zum Wohn­gebiet ein. Drei zehngeschossige Punkthochhäuser in der Allstedter Straße wurden zwischen 1966/67 erbaut. Sie gehörten zum damaligen Zeitpunkt zu den ersten Hochhäusern in Weimar. Anfang der siebziger Jahre wurde der Wohnungsbau westlich der Ettersburger Straße - Bonhoefferstraße und Marcel-Paul-Straße fortgeführt; es entstanden insgesamt 8 Wohnblöcke. Zwischen 1978 und 1980 wird das Wohngebiet baulich ergänzt durch den 'langen' Wohnblock an der Bonhoefferstraße sowie das Gebiet an der Stauffenbergstraße. In den achtziger Jahren werden das Apartmenthaus im Westen des Wohngebietes und südlich der Lützendorfer Straße 4 Fünfgeschosser für die Angehörigen der sowjetischen Armee gebaut. Für die Kinder des wachsenden Wohngebietes wurden Zug um Zug die notwendigen Schulen und Kindertagesstätten errichtet; das waren 1974 die jetzige Lucas-Cranach-Schule und 1979 die jetzige Herderschule. Für die kleinsten Bewohner des Wohngebietes entstanden insgesamt 3 kombinierte Kindereinrichtungen. 1994 setzten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ein. Mit dem Bau der westlichen Umgehungs­straße 1998 wurde die Anbindung an das über­geordnete Straßennetz erheblich verbessert.

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Im "Ortsteilzentrum" von Weimar-Nord

Neben dem Kernstück von ca. 2.600 Plattenbauwohnungen entstanden mit privater Initiative und in Eigenleistung der späteren Nutzer unter anderem

  • anfang der sechziger Jahre Garagen am Rödchenweg
  • in den siebziger Jahren der Garagenkomplex an der Kaufhalle
  • von 1981-1983 der Garagenkomplex 'Eiserne Brücke'
  • 1993/94 entstand an der Marcel-Paul-Straße/ Ettersburger Straße ein Ortsteilzentrum mit entsprechender Infrastruktur wie Sparkasse, Friseur, Chemische Reinigung u.v.m. Weiterhin entstanden in den Jahren nach der Wende weitere Lebensmittel / Einkaufzentren. Zur Abrundung und Verschönerung des Wohngebietes gehörten nach der Wende neben der Sanierung der Wohnungen und Wohnblöcke auch die Gestaltung des Wohnumfeldes. Im Rahmen des Stadtumbaus diente Weimar-Nord unter dem Titel 'Umbruch als Chance zum Umbau - Nachhaltige Stadtentwicklung für das 21. Jahrhundert' als Modell für die Revitalisierung von Wohngebieten der Block- und Plattenbauweise als dezentraler Standort der Weltausstellung EXPO 2000 . Im Rahmen dieses Projektes wurde hauptsächlich das Wohnumfeld neu gestaltet sowie Ziele abgesteckt, den Ortsteil auch in sein erweitertes Umfeld zu integrieren.

    Der Jugendklub in Weimar-Nord wurde von den Kindern und Jugendlichen vom ersten Tag seiner Nutzung im Jahr 1986 gut angenommen. Nach einjähriger Bauzeit wurde 2008 eine Skateranlage am Jugendklub in Betrieb genommen. Damit entstand auf ca. 1000 m² eine für Thüringen einzigartige Anlage. Ein Beispiel des Flächenrecycling ist das Wohn- und Seniorenzentrum der GWG zwischen Allstedter und Ettersburger Straße. Im Zeitraum von 1999- 2002 entstand eine Wohnanlage mit 165 Wohnungen einschließlich Dienstleistungsbereich mit Freizeit und Sozialangeboten. Allgemein können wir feststellen, dass in unserem Ortsteil zunehmend die Problemgebiete am südlichen und nördlichen Rand des Ortsteiles einer geordneten Nutzung zugeführt werden. So wurden

  • südlich der Marcel-Paul-Straße auf dem Gelände des ehemaligen Landbaukombinates durch einen privaten Investor zwischenzeitlich 3 Wohngebäude errichtet, die als "Gartenstadt" das Bild an der südlichen Marcel-Paul-Straße prägen
  • an der Lützendorfer Straße die letzten Gebäude der ehemaligen Kasernen zu modernen Wohngebäuden umgestaltet
  • unter Einbeziehung ehemaliger Kasernen ein modernes Berufsbildungszentrum errichtet
  • das ehemalige "Haus der Offiziere" zu einer modernen Spiel- und Probestätte des Deutschen Nationaltheaters entwickelt
  • in unmittelbarer Nähe dazu durch die Klassik-Stiftung Weimar ein Zentrales Museumsdepot errichtet.
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    Die Skateranlage am Jugendclub "Nordlicht"
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    Die Redoute als neue Probe- und Spielstätte des DNT
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    Wohngebäude der "Gartenstadt" an der südlichen Marcel-Paul-Straße

    Und auch für die nächsten Jahre erwarten uns eine Reihe von Veränderungen, die unseren Ortsteil postitiv verändern und das Leben seiner Einwohnerinnen und Einwohner bereichern werden. Hierzu gehören unter anderem:

  • Modernisierung und umfangreiche bauliche Erweiterungen im Bereich des heutigen Ortsteilzentrums
  • die Gestaltung eines würdigen Gedächtnisortes an der ehemaligen Viehauktionshalle
  • die Errichtung weiterer Wohngebäude im Bereich der "Gartenstadt"
  • die Entstehung eines weiteren großen Wohngebietes im Bereich zwischen Lützendorfer Straße und Umgehungsstraße